Beim Aktivieren der Vorlesesoftware werden Inhalte von der Linguatec-Website geladen und dadurch Ihre IP-Adresse an Linguatec übertragen. Ihre Zustimmung zur Datenübertragung können Sie jederzeit widerrufen. Mehr Informationen und eine Möglichkeit zum Widerruf Ihrer Zustimmung zur Datenübertragung finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Wenn Sie die Vorlesesoftware jetzt aktivieren möchten, klicken Sie auf Vorlesesoftware aktivieren.


Wenn Sie möchten, dass die Vorlesesoftware auf dieser Website künftig automatisch aktiviert wird, klicken Sie auf Vorlesesoftware immer aktivieren. Dadurch wird diese Einstellung mithilfe eines Cookies in Ihrem Browser gespeichert.
Die Vorlessesoftware wurde aktiviert. Bevor die Seite vorgelesen werden kann, muss sie einmal aktualisiert werden. Klicken Sie auf Seite aktualisieren, wenn Sie die Seite jetzt aktualisieren möchten.


Achtung: Falls Sie auf dieser Seite bereits Daten in ein Formular eingegeben haben, werden diese beim Aktualisieren gelöscht. Bitte speichern Sie in diesem Fall zuerst Ihre Formulareingaben, bevor Sie die Seite aktualisieren.
Aktuelles
Pressemitteilung Nr. 011
München, 23.01.2026

FÜRACKER: INSGESAMT ZEHN HEIMATPROJEKTE ERHALTEN FÖRDERUNG „HEIMAT.ENGAGIERT“!
Pilotförderprogramm des Heimatministeriums in Kooperation mit dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e. V. // Würdigung von Pflege und Vermittlung von Heimatgeschichte und Kulturformen

„Heimatpflege bewahrt unsere Wurzeln und trägt unsere Traditionen und Geschichte in die Zukunft. Viele engagierte Menschen haben es sich zur Aufgabe gemacht, unsere bayerische Heimat mit ihren Kulturformen zu bewahren, zu dokumentieren und weiterzuentwickeln. Dabei entstehen kreative Ideen, die mit viel Einsatz der Beteiligten in den verschiedensten Projekten umgesetzt werden. Im Rahmen unseres Pilotförderprogramms ‚Heimat.Engagiert‘ unterstützen wir insbesondere kleinere Vorhaben, die in besonderer Weise Heimatgeschichte und Kulturformen pflegen und vermitteln“, betonte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker bei der Übergabe von Förderbescheiden aus dem Pilotförderprogramm „Heimat.Engagiert!“ am Freitag (23.1.) in Nürnberg.

„Im Rahmen der vierten Förderrunde unterstützen wir insgesamt zehn beeindruckende Heimatprojekte aus ganz Bayern. Jede Initiative trägt dazu bei, unsere Heimat zu stärken – heute und in Zukunft! Mit ihrem Ideenreichtum zeigen die Vorhaben zudem die vielfältigen Möglichkeiten zur Heimatpflege. Ob Publikation, fotografische Dokumentation, die Präsentation der Ergebnisse einer wissenschaftlichen Arbeit, informativer Rundweg, Ausstellung oder Aktionstag – die geförderten Projekte beweisen Bürgernähe, Kreativität und Leidenschaft. Bei der Pflege alter Traditionen, Entdeckung verborgener Schätze vor der Haustür oder der kreativen Gestaltung zukunftsfähiger Heimatprojekte spielen viele engagierte Menschen eine entscheidende Rolle. Daher gilt mein Dank allen Beteiligten und ich wünsche viel Erfolg und Freude bei der Umsetzung Ihrer Projekte!“, so Füracker.

Dr. Rudolf Neumaier, Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege e. V.: „Es bereitet große Freude zu sehen, mit wie viel Aufmerksamkeit und Engagement Menschen ihre unmittelbare Umgebung wahrnehmen und sich dafür einsetzen, Geschichte und Besonderheiten ihres Ortes sichtbar zu machen. Jedes einzelne Vorhaben trägt dazu bei, Wissen zu bewahren, Gemeinschaft zu stärken und Heimat lebendig zu halten. Die aktuellen Förderrunde zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig Heimatpflege heute gedacht und gelebt wird.“

Das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat hat in Kooperation mit dem Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e. V. im Dezember 2023 das Förderprogramm „Heimat.Engagiert!“ ins Leben gerufen. Zunächst als Pilotprogramm ausgelegt, werden jährlich bis zu 40 Vorhaben, die der Pflege und Vermittlung von Heimat- und Brauchpflege dienen, mit einer Festbetragsförderung von 2.000 Euro unterstützt.

Folgende Projektträgerinnen und Projektträger haben im Rahmen der vierten Förderrunde einen Förderbescheid aus dem Förderprogramm „Heimat.Engagiert!“ erhalten:

Eva und Sebastian Daller, Projekt: „Die Gesetzmäßigkeiten des Vierzeilers und ihr Zusammenspiel mit der bairischen Sprache“ (Niederbayern)
Gstanzl oder Schnaderhüpfl sind weit mehr als nur musikalischer Spaß. Sie sind ein lebendiges Kulturgut, das tief in der bayerischen Tradition verwurzelt ist. Die kurzen, oft humorvollen und pointierten Verse sind Ausdruck von Kreativität, Spontanität und bayerischem Charme. Basis des Projekts von Eva und Sebastian Daller ist die wissenschaftliche Untersuchung sprachlicher, kultureller und literarischer Wurzeln des bayerischen Schnaderhüpfls bzw. Gstanzls. Diese wissenschaftlichen Ergebnisse sollen nun mit Hilfe der Förderung allgemeinverständlich u. a. durch Veranstaltungen mit Musikeinlagen („Gstanzl-Erzählabend“), Hörbeispiele auf einer Website und Volkshochschulkurse an alle Interessierten vermittelt werden. Kulturelle Identität ist in der heutigen Zeit immer wichtiger. Gstanzl erinnern daran, wie wertvoll und lebendig unsere Traditionen sind.

Rita Lell, Projekt: „Happy Hour in der Kleingartenwirtschaft“ (Oberpfalz)
Die Fotoausstellung über eine Kleingartenwirtschaft in Regensburg soll Menschen für die städtische Kleingartenkultur sensibilisieren. Ergänzt wird die Ausstellung durch Vernissage und Vortragsabend zur „Geschichte des Kleingartenwesens am Beispiel Regensburg“. Kleingärten sind städtische Heimatkultur. Verknüpft mit den Impressionen aus einer Kleingartenwirtschaft wird das aktuelle Thema des Wirtshaussterbens, das auch vor Kleingärten nicht Halt macht, aufgegriffen. Durch die Fotoausstellung wird das Thema anschaulich und lebendig vermittelt. Zusätzlich ermöglicht die geplante Vortragsveranstaltung die Einordnung in den Gesamtzusammenhang der Geschichte des Kleingartenwesens als Kulturgut.

kollektiv gut e. V., Projekt: „Textil: Zeitzeugen. Stimmen und Spuren der fränkischen Textilgeschichte“ (Oberfranken)
Bei diesem besonderen Projekt arbeitet der Verein kollektiv gut e. V. die Geschichte der Baumwollspinnereien in Erlangen und Bamberg auf. Wertvolle Zeitzeugenberichte, die im Projekt erstellt werden, machen ein Stück regionaler Industriegeschichte lebendig. Die Geschichten erzählen von Menschen, die mit ihrem Einsatz und ihrer Arbeit die Entwicklung ihrer Heimat maßgeblich geprägt haben. Das Ergebnis des Projektes ist eine literarisch bearbeitete Publikation mit den Stimmen der Textilerinnen und Textiler. Zudem erfolgt eine fotografische Dokumentation mit Erinnerungsstücken wie Stoffen, Kleidungsstücken und Fotografien aus Familienarchiven. Diese Erinnerungskultur bewahrt Heimatgeschichte und erhält sie für nachfolgende Generationen lebendig.

Fichtelgebirgsverein OV Niederlamitz, Projekt: „Kirchenlamitzer Kulturweg“ (Oberfranken)
Im Projekt „Kirchenlamitzer Kulturweg“ werden 15 historische Gebäude und Ensembles durch informative Tafeln und QR-Codes in einem Rundweg verbunden. Ehrenamtlich und in enger Zusammenarbeit mit örtlichem Stadtarchiv werden Zeugnisse örtlicher Industriegeschichte, soziale und kirchliche Gebäude bis hin zu Resten frühzeitlicher Stadtbewehrung und deren Geschichte anschaulich dargestellt. Das Projekt verbindet fundierte historische Forschung mit moderner Technik und vermittelt so ein Stück Ortsgeschichte.

Kommunbräu Sechsämterland e. V., Projekt: „Kulturgeschichtliches zum Brauwesen und Kommunbrauhaus Selb im Rahmen der 600 Jahrfeier von Selb“ (Oberfranken)
Das Kommunbrauwesen ist eine kulturgeschichtliche Besonderheit Nordostbayerns. Bereits seit 2020 wurden vom Kommunbräu Sechsämterland e. V. alte Braurezepte reaktiviert. Das nunmehr geplante Vorhaben will mit einer Ausstellung, mit Vorträgen und der Erforschung der örtlichen Braugeschichte diese kulturgeschichtliche Besonderheit in lebendiger und anschaulicher Art und Weise dokumentieren. Eingebunden in die 600-Jahr-Feier der Stadt Selb wird diese lokale Brautradition für die Besucherinnen und Besucher der Feier mit hohem ehrenamtlichem Einsatz vermittelt.

Heimatverein Oberasbach, Projekt: „Oberasbacher MilchhausTreff“ (Mittelfranken)
Das Projekt des Heimatvereins Oberasbach hat zum Ziel das Oberasbacher Milchhaus als lebendigen, sozialen Treffpunkt zu reaktivieren. Im „MilchhausTreff“ sollen wechselnde Ausstellungen zur Geschichte des Milchhauses und der historischen Milchproduktion stattfinden. Zudem wird die ehemalige Milchschwemme als bedeutendes Stück örtlicher Geschichte restauriert. Ziel ist es einen Raum für Begegnungen und Veranstaltungen für die Ortsgemeinschaft zu schaffen. Das Projekt erfolgt mit viel ehrenamtlichem Engagement und Leidenschaft für die eigene Heimat. Dabei wird ein historischer Ort mit neuem Leben erfüllt und als sozialer Treffpunkt für die Zukunft bewahrt.

Freiwillige Feuerwehr Lohr a.Main e. V., Projekt: „Projekt DL 18 (Rückkauf historische Drehleiter)“ (Unterfranken)
Die Freiwillige Feuerwehr Lohr will in ihrem Projekt eine historische Drehleiter (DL 18) aus dem Jahr 1964 zurückkaufen und restaurieren, was eine seltene, fast einmalige Konstellation darstellt. Die Leiter war ehemals in Besitz und Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr Lohr am Main. Sie soll dann nicht nur Ausstellungsobjekt und historisches Demonstrationsobjekt (z. B. bei Festzügen) sein, sondern auch als anschauliches und begreifbares Lernobjekt Wissen über Feuerwehrgeschichte und Technik vermitteln (z. B. Schulen, Kindergärten, Jugendfeuerwehr). Mit dem Projekt wird ein wertvolles Technikdenkmal bewahrt und erhält eine neue, lebendige Funktion. Es zeigt, dass auch Freiwillige Feuerwehren ein wichtiger und lebendiger Bestandteil ehrenamtlicher Heimatpflege sind.

1. Kegelklub Oberaltertheim, Projekt: „Kegelgeschichte erleben“ (Unterfranken)
Kegeln ist Traditionssportart, aber auch Kulturgeschichte. Viele Gaststätten hatten oder haben Kegelbahnen, was auch historische Kegelbahnen, z. B. im Freilichtmuseum Glentleiten, dokumentieren. Kegeln verbindet Sport mit Gemeinschaft – nicht exklusiv, sondern allgemein zugänglich. Das Projekt „Kegelgeschichte erleben“ macht die Geschichte des Kegelns in Deutschland und Bayern in einer Ausstellung erlebbar. Daneben ist ein Aktionstag geplant, bei dem Kegeln durch vielfältige Mitmachaktionen anschaulich vorgestellt und greifbar gemacht werden soll. Dies ist lebendige Vermittlung von Kultur und Brauchtum sowie Erhalt von einem wertvollen Stück bayerischer Sportgeschichte.

Förderverein ehem. Synagoge Wiesenbronn, Projekt: „Die Kelter harrt des Weines…“ – Historische Weinkeltern in Mainfranken (Unterfranken)
Das Projekt „Die Kelter harrt des Weines...“ stellt historische Weinkeltern in Mainfranken in den Mittelpunkt. Die geplante Publikation beschäftigt sich mit der Bedeutung dieser Weinkeltern für die gesamte Region. Keltern sind zentrale Pressen zur Gewinnung von Saft und Most und haben kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung. Besonders hervorzuheben ist dabei die Darstellung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Christen und Juden, etwa beim Keltern von koscherem Wein. Keltern sind Zeugnis des gemeinsamen Miteinanders und der kulturellen Vielfalt dieser Region. Das Projekt fördert Bewusstsein für das harmonische Zusammenwirken unterschiedlicher Gemeinschaften und dokumentiert ein wertvolles Kulturerbe.

Heimatgeschichtlicher Verein Ebermergen, Projekt: „Das geteilte Dorf – Ebermergen und die Eisenbahn“ (Schwaben)
Der Anschluss eines Ortes an ein Eisenbahnnetz wird üblicherweise positiv gesehen. Im Fall von Ebermergen brachte dies allerdings vornehmlich negative Begleiterscheinungen, wie u. a. Enteignung, Zerschneidung des Dorfes, Beeinträchtigung der Lebensqualität u. ä. Das Buchvorhaben „Das geteilte Dorf – Ebermergen und die Eisenbahn“ lässt spannende und ehrliche Erkenntnisse durch einen Perspektivwechsel beim Blick auf die bayerische Eisenbahngeschichte erwarten. Die enge Zusammenarbeit mit Zeitzeugen bei der Recherche für die Publikation zeigt eindrücklich ein hohes ehrenamtliches Engagement und die heimatgeschichtliche Bedeutung des Vorhabens.


Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat, Postfach 22 15 55, 80505 München
Pressesprecher: Dennis Drescher
Telefon: 089 2306-2460
Telefax: 089 2809327
E-Mail: presse@stmfh.bayern.de
Internet: www.stmfh.bayern.de