FÜRACKER: 2. BAUABSCHNITT DER GENERALSANIERUNG DES SCHLOSSES GÜNZBURG STEHT IN DEN STARTLÖCHERN
„Das Schloss Günzburg mit seiner historisch barocken Ausstrahlung ist ein Wahrzeichen der Stadt! Nach der Sanierung des Süd- und Westflügels des Schlosses steht nun die Sanierung des Nordflügels an. Für die weiteren Planungen hat der Haushaltsausschuss nun die Projektfreigabe erteilt“, verkündet Finanz- und Heimatminister Albert Füracker anlässlich des Beschlusses im Ausschuss für Staatshaushalt und Finanzfragen des Bayerischen Landtags am Mittwoch (11.2.).
„Mit dem zweiten Bauabschnitt des Projekts erhalten wir Geschichte und schaffen gleichzeitig einen zukunftsfähigen Ort für den guten Service des örtlichen Finanzamts in Günzburg. Denkmalschutz und moderne Arbeitsbedingungen gehen hier weiter Hand in Hand. Das ist optimale Verbindung unserer Verantwortung für das kulturelle Erbe und verlässliche Verwaltung“, so Füracker.
Seit 2016 wird die repräsentative in den Jahren von 1577 bis 1586 errichtete Schlossanlage in Günzburg für das Finanzamt mit modernem Servicezentrum und attraktiven Arbeitsplätzen abschnittsweise umgebaut und generalsaniert. Die Sanierung des Westflügels mit dem Servicezentrum konnte bereits 2019 abgeschlossen werden; die Arbeiten am Hauptgebäude mit Südflügel folgten bis Sommer 2022. In einem letzten Bauabschnitt sollen der Nordflügel des Schlosses sowie das vom Finanzamt genutzte nahegelegene Minholzhaus saniert werden.
Der 2. Bauabschnitt, für den nun die Projektplanung für die spätere Baudurchführung erstellt wird, umfasst die Sanierung der Raumstrukturen und der Fassade sowie des Dachs des Nordflügels mit seinen 1.301 Quadratmetern Nutzfläche. Dabei werden Originalbauteile aus dem 16. Jahrhundert erhalten, die Holzbalken in den Böden ertüchtigt und schwellenlos wieder aufgebaut. Barocke Kreuzfriesböden werden aufbereitet und wiederverwendet. Zudem wird unter anderem die Elektrotechnik auf den aktuellsten Stand gebracht und eine PV-Anlage auf der südlichen Dachfläche des Nordflügels angebracht. Beim Minholzhaus, das bis zum Abschluss der Sanierung des Nordflügels für Interimsarbeitsplätze dient und hierfür vorab auf Stand gebracht wird, werden neue Fenster und Sanitäreinrichtungen installiert sowie eine datentechnische Anbindung an das Hauptgebäude eingerichtet. Zur anschließend geplanten Archivnutzung wird ein Aufzug im Treppenauge eingebaut. Die Freianlagen werden in Abstimmung mit der Stadt Günzburg geplant. Dabei ist unter anderem eine umfangreiche Begrünung des Hofes sowie eine barrierefreie Gestaltung vorgesehen.
Die Sanierung des Schlosses wurde bereits im Mai 2024 vom Bezirk Schwaben mit dem Denkmalpreis 2024 ausgezeichnet. Dem Staatlichen Bauamt Krumbach, damals wie auch diesmal für Planung, Bauleitung und Projektmanagement zuständig, ist es mit der Instandsetzung gelungen, zerstörte historische Strukturen und Bauelemente zu restaurieren, zu konservieren und zu inszenieren. Dabei wurde hochwertige Ausstattung entdeckt und aufgearbeitet. Fehlende Bauteile wurden durch neue Interpretationen ersetzt. Dies ist besonders bemerkenswert, da Renovierungsarbeiten in den 1960er Jahren dazu führten, dass das Residenzschloss als solches kaum mehr erkennbar war. Nun erstrahlen die historischen Schlossgebäude nicht nur in neuem Licht, sondern erreichen in Sachen Energieeffizienz sogar nahezu den Neubaustandard.
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